Weinirrtum – Spätlesen sind immer süß
Das ist ein Irrtum. Spätlese ist für einen Qualitätswein lediglich ein Prädikat. Für die Spätlese dürfen laut Weingesetz nur vollreife Trauben benutzt werden. Und zwar solche, die sehr spät gelesen wurden. Aber ob der Wein aus diesen Trauben süß oder trocken ist, wird dadurch nicht ausgesagt. Es ist die Entscheidung des Winzers, was er aus seinem Wein macht.
Eine Ausnahme bildet eine trockene Spätlese deshalb nicht. Vielmehr ist es eine Selbstverständlichkeit. Also, pauschal zu sagen, wer süße Weine nicht mag, müsse spät lesen und auslesen meiden, liegt hier falsch. Zwar ist der Anteil von süßen Spät- und Auslesen größer, aber gerade trockene Auslesen sind manchmal des Winzers ganzer Stolz.1921 war eins der besten Jahrgänge des Jahrhunderts. Besonders an der Mosel. Zwischen 1925 und 1927 waren von 85 Fudern 81 durchgegoren. Das heißt trocken. Nur 4 Fuder wiesen einen Restzuckerwert zwischen 35 g und 76 g pro Liter auf. Diese Restzuckerwerte, die in der Gärung geblieben waren, machten die hervorragende Beerenauslese aus.
Related posts:
- Weinirrtum – Deutscher Wein ist immer süß Natürlich ist das nicht richtig. Aber woher kommt dieses Vorurteil?...
- Weinirrtum – Zu Fischgerichten gehört immer Weißwein Hartnäckig hält sich diese alte Regel in den Köpfen. Eine...
- Weinirrtum – Nur teure Weine sind gute Weine Eine Garantie, dass ein teurer Wein auch ein guter Wein...
- Weinirrtum – Nur der Jahrgang zählt Das kann man generell so nicht sagen. Natürlich ist der...
- Weinirrtum – Rotwein wird bei Zimmertemperatur getrunken Als es noch keine Zentralheizung gab und die Räume 17...
Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.

Recent Comments